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Die Schatzkammern der Natur

Nirgendwo lässt sich die Natur in Deutschland in ihrer Schönheit und Vielfalt so direkt erleben wie in den Nationalparks, Biosphärenreservaten, Naturparks und zertifizierten Wildnisgebieten – den Nationalen Naturlandschaften.

Natur | Lesedauer 4 Minuten

Jede für sich ist einzigartig. Die Nationalen Naturlandschaften reichen vom scheinbar endlosen Wattenmeer bis zu verwunschenen Wäldern im Mittel- und Hochgebirge. Sie erstrecken sich von der Quelle eines kleinen Flusses in der Eifel bis zu einer weitläufigen Teichlandschaft in der Lausitz. Zusammen bewahren die Nationalparks, Biosphärenreservate, Naturparks und zertifizierten Wildnisgebiete ein unersetzliches Erbe: die Natur mit ihrer Arten- und Biotopvielfalt als unsere Lebensgrundlage. Nationale Naturlandschaften e. V. ist der gemeinnützige Dachverband, der seit fast 30 Jahren u.a. die Qualitätsentwicklung der Schutzgebiete in Deutschland unterstützt.

Ranger und Rangerinnen sind hauptamtlich in den Nationalen Naturlandschaften, in Naturschutzbehörden oder in Biologischen Stationen tätig. Ihr Aufgabenfeld ist vielseitig: Aufklärungsarbeit, Naturführungen, Exkursionen, wissenschaftliche Untersuchungen oder Pflege- und Reparaturarbeiten wie Artenschutzmaßnahmen oder Pflanzungen. Fjällräven unterstützt sowohl einen Teil der Rangerinnen und Ranger als auch das Freiwilligenprogramm ”Ehrensache Natur - Freiwillige in Parks” mit funktioneller, strapazierfähiger Bekleidung und Ausrüstung. Foto: Sebastian Hennigs

Was ist ein Nationalpark?

Nationalparks sind Landschaften, in denen Natur Natur sein darf. Sie schaffen Rückzugsräume für wild lebende Pflanzen und Tiere, die sonst nur noch geringe Überlebenschancen haben. Und sie ermöglichen einen Einblick in die natürliche Dynamik der Natur, die in ihrem Eigenleben nicht gestört ist, die dem ständigen Kreislauf von Werden und Vergehen folgt.

Wer die Eigenart und die Schönheit der Natur unmittelbar erleben möchte und Orte der stillen Erholung sucht, ist in den Nationalparks am richtigen Ort. Das 365-Tage-Programm der Nationalparks kennt keine Pause. Zu allen Jahreszeiten sind die „Festspiele“ der Natur zu erleben – der farbenprächtige Herbst mit dem Himmel als Leinwand für die spektakulären Vogelzüge, die von Schneewolken verhüllten Wälder im Winter, der aufwühlende Farbenrausch des Frühlings und das satte Grün des Sommers, mit seinen warmen Brisen und Tierstimmen, die es zu enträtseln gilt. Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch mit dem Kanu erschließt sich ein Nationalpark am besten.

Seit 2008 gibt es das bundesweite „Junior-Ranger-Programm“. Vorrangiges Ziel ist es, das Interesse für Natur und Umwelt bei Kindern und Jugendlichen zu wecken und sie für den Schutz von Tieren und Pflanzen sowie den sparsamen Umgang mit Ressourcen zu sensibilisieren. Mehr als 100 Junior-Ranger-Gruppen sind in 40 Nationalen Naturlandschaften aktiv - sie erkunden die Wildnis, bauen Nistkästen für Vögel oder verbringen eine Nacht ohne Schlafsack, Zelt und Essensvorräte in der Natur. Foto: Arnold Morascher

1872: Yellowstone ist der erste Nationalpark

Als 1872 in den USA mit dem Yellowstone-Gebiet erstmalig eine Naturlandschaft als Nationalpark unter Schutz gestellt wurde, war eine Idee geboren, die beispielgebend war: Heute gibt es auf der ganzen Welt rund 4.000 Nationalparks in über 120 Ländern. In Europa wurden die ersten Nationalparks 1909 in Schweden und 1914 in der Schweiz eingerichtet – Deutschland zog 1970, knapp 100 Jahre nach dem Yellowstone Nationalpark, mit dem Nationalpark Bayerischer Wald nach. Er bezeugt heute, welch erstaunliche und vitale Vielfalt die heimische Natur ohne das Zutun des Menschen hervorbringt.

Nationalparks sind Landschaften, in denen Natur Natur sein darf. Sie schaffen Rückzugsräume für wild lebende Pflanzen und Tiere, die sonst nur noch geringe Überlebenschancen haben.

Mehr als 300 Kilometer gut markierte Wege verlaufen über einsame Höhen und Täler, bahnen sich durch Urwald, führen in den Wintermonaten durch tief verschneite, unberührte Gegenden. In zwei großen Tier-Freigeländen lassen sich mit ein wenig Glück Wildtiere wie Luchs, Wolf und Bär in ihre „Wohnstuben“ schauen. Und atemberaubende Perspektiven eröffnet einer der weltweit längsten Baumwipfelpfade.

Die Natur aus einer völlig neuen Perspektive kennenlernen – das ist auf sogenannten Baumkronenpfaden möglich. Im Nationalpark Hainich (Thüringen) kann der Besucher auf Augenhöhe mit den Baumkronen in über 24 Metern über dem Boden spazieren gehen. Etwa 550 Meter lang ist der barrierefreie Pfad, der mit Erlebnisstationen und Kletterelementen Informatives über Natur und Umwelt, aber auch Nervenkitzel für Klein und Groß bietet. Auf dem 44 Meter hohen Aussichtsturm genießt der Besucher einen beeindruckenden Panorama-Blick über das Thüringer Becken und den Hainich. Foto: Katharina Sabry

16 deutsche Nationalparks

In Deutschland gibt es aktuell insgesamt 16 Nationalparks – der jüngste ist der Nationalpark Hunsrück-Hochwald auf der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Alte Buchenwälder, mystische Moore, steile Felsen und bizarre Rosselhalden prägen die abwechslungsreiche Landschaft. Wildkatze, Schwarzstorch und auch Schwarzspecht fühlen sich hier heimisch. Gleichzeitig ist die Region geprägt von kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten. Geführte Rangertouren – es gibt derzeit rund 500 Ranger in Deutschland - sind ideal, um unter fachkundiger Führung den Naturwald zu erwandern, mit Stopps an typischen Hangmooren, alten Köhlerplätzen und herrlichen Ausblicken, beispielsweise vom Erbeskopf, dem höchsten Punkt in Rheinland-Pfalz. Nach einer Tour bietet es sich an, sich bei einem der Partnerbetriebe des Nationalparks mit kulinarischen, qualitativ hochwertigen Angeboten aus der Region zu stärken. Nationalparks sind einzigartige und vielfältige Landschaften, die nicht nur Tier- und Pflanzenarten einen wichtigen Lebensraum bieten, sondern auch uns Menschen zum Entdecken und Erholen einladen. Weitere Informationen über die Nationalen Naturlandschaften findest du hier.

Fotos: Arnulf Müller, Sebastian Hennigs, Arnold Morascher, Katharina Sabry

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